Während einer offiziellen Zeremonie im Hafen von Chongjin erlebte Nordkorea einen Moment großer Blamage: Das neue Atom-U-Boot, das als Symbol der militärischen Macht des Regimes gefeiert wurde, kenterte bei seinem Stapellauf. Kim Jong-un, der bei der Veranstaltung anwesend war, wurde Zeuge des Vorfalls und versteckte ihn sofort hinter blauen Planen. Doch Satellitenbilder enthüllten alles. Der Staatschef reagierte scharf, bezeichnete die Tat als „kriminelle Handlung“ und drohte mit harten Konsequenzen.
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Am 21. Mai 2025 war der Hafen von Chongjin Schauplatz eines paradoxen Ereignisses. Das gesunkene U-Boot der neuen Choe-Hyon-Klasse kenterte beim Stapellauf. Für den Start ins Wasser hatte das Regime den traditionellen, aber riskanten seitlichen Start gewählt. Das Manöver verlief nicht wie geplant: Das Schiff verlor das Gleichgewicht und neigte sich zur Seite, wodurch der Rumpf beschädigt wurde. Die Behörden versuchten, den Unfall mit einer Plane abzudecken, doch Satelliten dokumentierten jeden Schritt des Unfalls.
Der nordkoreanische Präsident machte aus seiner Empörung keinen Hehl. In einer unmittelbar darauf folgenden Rede bezeichnete er den Vorfall als „schwere Straftat“ und warf den Verantwortlichen „absolute Fahrlässigkeit“ vor. Kim ordnete eine technische und politische Überprüfung des Projekts an und ordnete an, dass das U-Boot vor einer Plenarsitzung im Juni wiederhergestellt werden müsse. Die Botschaft ist klar: Das Regime kann es sich nicht leisten, sein Image zu ruinieren.
Bei dem betroffenen U-Boot handelte es sich um das zweite Modell der Choe-Hyon-Klasse, das für den Transport von Kurzstreckenraketen, Schiffsabwehrwaffen und Flugabwehrsystemen ausgelegt war. Der Vorfall könnte das gesamte Modernisierungsprogramm der Marine verlangsamen und die strategische Effektivität der nordkoreanischen Flotte gefährden. Der Untergang stellt sowohl einen technologischen als auch einen symbolischen Rückschlag dar.
Wie erwartet hat Nordkorea versucht, die Berichterstattung zu kontrollieren. Das U-Boot wurde schnell mit blauen Planen abgedeckt und der Vorfall wurde in offiziellen Kanälen nicht erwähnt. Der Vorfall wurde jedoch auf Satellitenbildern sichtbar, was dazu führte, dass die Nachricht in den internationalen Medien große Wellen schlug. Das Regime sah sich erneut mit einer Imagekrise konfrontiert.
Nordkorea präsentiert sich zwar als eine zunehmend fortschrittliche Militärmacht, hat jedoch im Zusammenhang mit seiner Waffentechnologie mehrere peinliche Vorfälle erlebt. Im Jahr 2020 fing eine während einer Militärparade abgefeuerte Rakete kurz nach dem Start Feuer und explodierte am Himmel über Pjöngjang. Im Jahr 2023 scheiterte ein Raketentest bereits nach wenigen Flugsekunden, die Rakete stürzte ins Japanische Meer. Auch die Luftwaffe erlebte kritische Momente: 2022 stürzte ein MiG-21-Kampfflugzeug während eines Trainingsfluges ab, was Zweifel an der Effizienz der technischen Wartung der Streitkräfte aufkommen ließ.
Das seitliche Stapellaufen von Schiffen, eine in weiten Teilen der Welt mittlerweile überholte Praxis, ist in Nordkorea aus strukturellen und wirtschaftlichen Gründen noch immer weit verbreitet. Den nordkoreanischen Werften fehlt eine moderne Infrastruktur für den Längsstapellauf, der moderne Trockendocks erfordert. Darüber hinaus ist der Seitenstart günstiger, birgt jedoch ein größeres Risiko der Instabilität beim Eintauchen ins Wasser. Wird diese Methode nicht präzise durchgeführt, kann sie zu schweren Schäden am Schiff führen, wie dies kürzlich beim Untergang eines U-Boots der Fall war.
Die nordkoreanische Propaganda neigt dazu, Fehler und Vorfälle des Regimes herunterzuspielen oder völlig zu ignorieren. Wenn ein Ereignis nicht verheimlicht werden kann, wird in der offiziellen Darstellung die Schuld auf externe Sabotage, interne Feinde oder geringfügige Fehler von Untergebenen zurückgeführt. Kim Jong-un bezeichnete den Ausfall des U-Boots als eine „kriminelle Handlung“, die auf „Fahrlässigkeit“ und nicht auf Konstruktionsmängel zurückzuführen sei. Damit verlagerte er den Fokus von der Führung auf die technischen Mitarbeiter. Es handelt sich dabei um einen bewährten Mechanismus, der dazu dient, die Autorität des Führers und die Wahrnehmung der Unfehlbarkeit des Regimes aufrechtzuerhalten.
Das gesunkene U-Boot gehört zur Choe-Hyon-Klasse, einer der neuesten U-Boot-Linien Nordkoreas. Diese Einheiten sind für den Transport unterschiedlicher Waffen ausgelegt, darunter ballistische Kurzstreckenraketen, Schiffsabwehrraketen und Flugabwehrsysteme. Man geht davon aus, dass sie auch in der Lage sind, die neuen Pukguksong abzufeuern, Feststoffraketen, die mit Unterwasserplattformen kompatibel sind. Aufgrund der Geheimhaltung des Regimes gibt es jedoch keine unabhängige Bestätigung der genauen Angriffsfähigkeiten dieser U-Boote.