Antonio Cassano vom Richter gesperrt: Seine Padelplätze sind illegal

Aktie

Das regionale Verwaltungsgericht (TAR) von Ligurien hat dem Projekt von Antonio Cassano zum Bau von Padel-Plätzen im Genueser Stadtteil Albaro zumindest vorerst ein Ende gesetzt. Mit dem Urteil wurde der Berufung einer Gruppe von Anwohnern der Via Pisa und der Via Livorno stattgegeben, die sich im Komitee „Cittadini per il rio Parroco“ zusammengeschlossen hatten und die Initiative des ehemaligen Fußballers von Sampdoria blockierten. Der Grund? Ein „Verstoß gegen den städtischen Stadtplanungsplan“, der nach Ansicht der Richter den Bau von Sportanlagen in der Grünzone von Valletta Puggia, oberhalb des Baches Parroco gelegen, nicht zulässt.

LESEN SIE WEITERE SPORTNEWS

Das von der Firma AC99 Srl aus Cassano durchgeführte Projekt umfasste den Bau von drei überdachten Padel-Plätzen, einer kleinen abnehmbaren Tribüne, vorgefertigten Umkleidekabinen und einer mit neuen Bäumen neu gestalteten Grünfläche. Die Idee wurde als Stadterneuerungsprojekt präsentiert, dessen Ziel darin besteht, heruntergekommenes und verlassenes Gelände in einen von der Gemeinschaft nutzbaren Sportplatz umzuwandeln. Seit ihrer Ankündigung im Jahr 2023 hat die Initiative jedoch Proteste zahlreicher Anwohner ausgelöst, die sich Sorgen über die ökologischen, akustischen und hydrogeologischen Auswirkungen der Arbeiten machten.

Ein zwei Jahre dauernder Kampf

Die Geschichte begann, als Cassano, ein Padel-Enthusiast, der entschlossen war, in die Nachbarschaft zu investieren, in der er lebt, das private Grundstück zwischen Via Pisa und Via Livorno kaufte. Nach einer Reihe von Änderungen am ursprünglichen Projekt – darunter der Verzicht auf feste Strukturen und die Hinzufügung von 138 neuen Pflanzen zur Minderung der optischen Auswirkungen – gab die Stadt Genua im Juni 2024 durch die Konferenz der Dienste grünes Licht. Die Arbeiten hatten trotz der beim TAR anhängigen Berufungen bereits im November desselben Jahres begonnen, was zu weiteren Kontroversen unter den Bürgern führte, die dem Unternehmen vorwarfen, das Urteil nicht abgewartet zu haben.

Das Anwohnerkomitee, vertreten durch Persönlichkeiten wie Carlo Polese, hat stets betont, dass das Gebiet, das im städtischen Bebauungsplan als wertvolle private Grünfläche eingestuft sei, nicht für Sportanlagen genutzt werden könne. Darüber hinaus hatte die Nähe zum Parroco-Bach, einem Wasserlauf, der bereits früher von Überschwemmungen betroffen war, die Befürchtung möglicher hydrogeologischer Risiken geschürt. „Wir sind nicht gegen den Sport, sondern gegen ein Projekt, das eine grüne Lunge und die Sicherheit der Nachbarschaft gefährdet“, erklärte Polese in einemInterview mit Secolo XIX.

Die Entscheidung des TAR

Das heutige Urteil fiel zugunsten der Berufungskläger aus. Die Richter kamen zu dem Schluss, dass der Eingriff, obwohl er als Sanierung dargestellt wurde, gegen die Vorschriften des städtischen Stadtplans verstieß, der das Gebiet als Teil des Park- und Gartensystems von Albaro schützt. Die TAR betonte, dass der Bau von Padel-Plätzen, selbst mit abnehmbaren Abdeckungen, eine unbefugte Änderung der beabsichtigten Nutzung des Grundstücks darstelle. Darüber hinaus wurde die positive Stellungnahme der Gemeinde in Frage gestellt, da eine gründliche Prüfung der Auswirkungen auf Landschaft und Wasser nicht vorliege.

Die Entscheidung stellt einen schweren Schlag für Cassano und seine AC99 Srl dar, die bereits erhebliche Mittel in den Kauf des Grundstücks und in die Planung investiert hatten. Der für sein kämpferisches Temperament bekannte ehemalige Fußballer hat sich bislang nicht offiziell geäußert, doch Quellen aus dem Umfeld des Vereins deuten darauf hin, dass eine Berufung an den Staatsrat in Erwägung gezogen werden könnte.

Reaktionen und Zukunftsaussichten

Die Einwohner jubeln über das, was sie als einen Sieg für den gesunden Menschenverstand und den Umweltschutz betrachten. „Der Wert dieses Gebiets für die Nachbarschaft wurde endlich anerkannt“, kommentierte ein Ausschussmitglied. Einige Unterstützer des Projekts bedauern jedoch den Verlust der Chance zur Revitalisierung eines heruntergekommenen Gebiets, das vor den von Cassano eingeleiteten Aufräumarbeiten oft als „Mülldeponie unter freiem Himmel“ beschrieben wurde.

Der Stadtrat für Stadtplanung der Gemeinde Genua, Mario Mascia, bedauerte das Ergebnis und verteidigte das Vorgehen der Verwaltung: „Wir haben versucht, zwischen den Parteien zu vermitteln, indem wir die Forderungen der Bürger akzeptierten und Änderungen am Projekt durchsetzten. Nun werden wir das Urteil sorgfältig prüfen.“ Es bleibt abzuwarten, ob die Gemeinde einem möglichen Einspruch stattgibt oder ob das Gebiet wieder in seinen früheren Zustand der Verwahrlosung zurückfällt.

Die Geschichte der Albaro-Padel-Plätze ist Teil einer breiteren Debatte über das Gleichgewicht zwischen Stadtentwicklung, sportlichen Bedürfnissen und dem Schutz der Grünflächen in italienischen Städten. Padel, ein Sport in ständiger Expansion, drängt viele Investoren dazu, nach Flächen für neue Einrichtungen zu suchen. Allerdings geraten diese Projekte oft in Konflikt mit den örtlichen Gemeinden, wie dies bereits in Rom und an anderen Orten geschehen ist. In Genua bleibt es vorerst ruhig: Das Schicksal von Valletta Puggia hängt erneut am seidenen Faden, zwischen Träumen von Erneuerung und Kämpfen um den Schutz des Territoriums.


Folgen Sie uns auch auf Google News: klicken Sie hier